29 zu 4 Promille

Dass den Don Promillos der Gesamtsieg sicher war, machte gleich Spiel 2 des 8. Turniers um den Mammut Cup in der Volksbank Arena klar. Die Männer aus Crimmitschau fertigten den chancenlosen Vorjahressieger Vojens Vikings mal eben mit 6 zu 1 Treffern ab. Und es lag nicht an dem taktischen Trick, den der Berichterstatter bei den findigen Sachsen eilfertig zu erkennen glaubte: so gut wie alle Spieler waren mit der gleichen Rückennummer aufgelaufen: 50. Nach erfolgreichem Kampf gegen die eigene Sehschwäche musste der Reporter erkennen: die Ziffern auf den Spielerrücken gaben die Konfektionsgrößen der Trikots an, welche die Promillos zur besseren farblichen Unterscheidung vom Gegner auf links gedreht hatten. Tatsächlich beruhte der Erfolg der Sachsen schlicht darauf, dass sie weitgehend ein Spiel auf Liganiveau auf die Eisfläche brachten. Die drückende Überlegenheit des Cupwinners schlug sich in sechs ungefährdeten Siegen, 15 Punkten und einem Torverhältnis von 29:4 nieder.

Die Mammuts – wie stets mit zwei Teams, Gelb und Blau, angetreten – waren unter solchen Voraussetzungen von der Sorge befreit, sich bei einem eventuellen eigenen Turniergewinn als schlechte Gastgeber zu zeigen. Stattdessen konnten sie sich unbeschwert der Aufgabe widmen, dem Wettbewerb eine Reihe eigener Glanzlichter aufzusetzen.

Highlight 1: Das erste Tor der Tages durfte Jonas Kleinebenne nach nur 31 Sekunden im Spiel gegen die Harzer Luchse schießen, die Vorlage kam von Blau-Kapitän Arne Kuntze. Seine gute Tagesform unterstrich der Youngster mit zwei weiteren Treffern, die Andy Wielgoss mit einem verwandelten Rebound zum 4:1-Sieg der Blauen ergänzte.

Highlight 2: Kombinationsspiel Fehlanzeige, dafür aber Solonummern der Extraklasse – dass sie den Tag auf diese Weise gestalten wollten, machen die Gelb-Mammuts bei ihrem ersten Auftritt gegen die Harsefelder Tiger klar. Nachdem Jan von Döhren in der zweiten Minute den Rebound nach seinem Break auch gleich selber einnetzte, bewies Igor Wiens dreißig Sekunden später mit einem Hammer von der blauen Linie ins obere Rechte Toreck, dass er mit seinen Schlagschüssen nicht nur Präsidentenfüsse ausser Betrieb nehmen kann.

Highlight 3: Dass man sich den Don Promillos nicht unbedingt kampflos ergeben musste, demonstrierten die Gelben Mammuts in Turnierrunde 3. Bei dreieinhalb Minuten restlicher Spielzeit und einem Rückstand von 0:5 drehten die erste Reihe der Gelben plötzlich auf und stellte durch Soloaktionen von Marcel Köster und Markus Stevens (2) das Ergebnis auf ein etwas freundlicheres 3:6.

Highlight 4: Im Bruderkampf Blau gegen Gelb boten die Mammuts sehr vorzeigbares Eishockey und einen Clash der Kulturen: auf der blauen Seite saubere Teamarbeit und konzentriertes Defensivhandwerk, auf der gelben ein starker Soloauftritt nach dem anderen. Zwei von Markus Stevens reichten, die Oberhand zu behalten, nachdem Jörg Gronmeyer kurz vor Ende des ersten Abschnitts einen Rebound zum einzigen blauen Treffer eingenetzt hatte.

Highlight 5: Im Spiel gegen die Harzer Luchse taten sich die gelben Mammuts mit jeder Menge Distanzschüsse rund ums Tor unerwartet schwer. Erst sieben Minuten vor Ende der Partie gelang es der dritten Reihe – Siamak Forouhi mit den Ergänzungsspielern Köster und Stevens – den Bann zu brechen. Mit einem seiner gefürchteten Sprints auf die frei im Zentrum der Angriffszone liegende Scheibe konnte der Perser den Luchse-Keeper weit aus dem Kasten locken, Markus Stevens bekam die Scheibe und schickte sie zum 1:0 ins leere Gehäuse. Nach dem Ausgleich dreißig Sekunden später unterstrich Forouhi drei Minuten vor Schluß seine Rolle als Schlüsselspieler der Partie, indem er abermals Stevens vor dem Tor bediente, der auf den Endstand von 2:1 stellte.

Highlight 6: Ihr starkes Defensivspiel demonstrierten die Blauen Mammuts gegen drückend überlegene Promillos und kassierten beim 0:3 die wenigsten Gegentreffer aller teilnehmenden Mannschaften gegen den Turniersieger.

Highlight 7: Einen Eishockeykrimi und den Höhepunkt des Turniers lieferten Titelverteidiger Vojens Vikings und die Gelben Mammuts ab. Nach torlosem erstem Abschnitt brachte Markus Stevens in der 6. Minute des Schlussabschnitts die Scheibe mit einem Backhander im Dänentor unter. Eine Minute später – Forouhi drückte wegen Behinderung die Strafbank –legte der Deutsch-Kanadier in Unterzahl nach und versetzte die Gelben in einen fünfminütigen Spielrausch, den Köster drei Minuten vor Schluss mit dem scheinbar alles klärenden 3:0 krönte. Doch die Wikinger gaben sich nicht geschlagen: bei 1:05 Restzeit fiel das 3:1 – bei 0:51 das 3:2 und bei 0:24 der Ausgleich. Das folgende Penaltyschiessen sollte die Entscheidung über die Silbermedaille bringen. Jan von Döhren scheiterte im ersten Versuch, Tjark Lindenau hielt die Mammuts per Abwehr mit dem Schoner im Spiel. Versuch zwei: Markus Stevens bringt die Scheibe links oben im Winkel unter, Lindenau hält im Gegenzug mit der Brust. Marcel Köster trifft im dritten Anlauf den Pfosten und Lindenau rettet abermals mit dem Schoner: zweiter Turnierplatz für die Gelben Mammuts.

Letztes Highlight: Mit dem traditionellen Sieger der Herzen, den Harsefelder Tigern, hatten die Blauen Mammuts keine Mühe. Bei zwei Assists von Rookie Joana Bruhn netzten erst Jonas Kleinebenne und Sven Nissen ein, ehe Andy Wielgoss mit einem Treffer in der letzten Sekunde einen stilsicheren Akzent zum 4:1 setzte.

EHC MAMMUTS

Tor: Tjark Lindenau, Niklas Nissen, Steve Wilcock

BLAU Verteidigung: Dirk Meyer, Philipp Rathmer, Detlev Behrens

Angriff: Jonas Kleinebenne, Arne Kuntze, Andy Wielgoss; Joana Bruhn, Maksim Kalnins, Jörg Gronmeyer; Sven Nissen, Wolfgang Gehrmann

GELB Verteidigung: Igor Wiens, Max Bode; Simon Ott, Michael Modrack

Angriff: Marcel Köster, Markus Stevens, Joel Meyer; Singa Meyer-Gätgens, Jan von Döhren, Sebastian Müller; Siamak Forouhi

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