German Spirit!

Hej Guys, habt ihr gesehen, wie die Russen sich gefreut haben nach dem Finale? Das hat es noch nicht gegeben, dass die so ausgeflippt sind, weil sie eine deutsche Mannschaft geschlagen haben. In dem Moment hab‘ ich gedacht: Darauf können die deutschen Spieler stolz sein, denn das war der Beweis dafür, dass sie mit einem Wahnsinns–Spirit auf dem Eis gewesen sind. Schon gegen Schweden und Kanada hatten die Deutschen vor allem deshalb gewonnen, weil sie den Willen hatten und weil jeder für den anderen gekämpft hat. Müssen wir nicht direkt nachmachen. Wir sind eine Hobbytruppe und müssen uns nicht den Arsch aufreissen. Aber man sollte immer vom Eis gehen können mit der Gewissheit: Wir haben unser Ding gut gemacht. Dann darf man sogar verlieren.

Das wollte ich mal loswerden.

Nach dem Spiel gegen Kaliningrad hätte ich drei Wünsche:

  1. Beim Bully im eigenen Drittel sollten sich die Außenstürmer sofort zu „ihren“ gegnerischen Verteidigern bewegen und die aus dem Spiel nehmen, damit sie nicht von der blauen Linie feuern oder als Verteiler fungieren können.
  2. Unsere Verteidiger laufen in der Defensive nicht ewig zurück, sondern greifen den scheibenführenden Gegner auch mal an.
  3. Schneller wechseln, alle 30 bis 45 Sekunden. Wer drei Minuten auf dem Eis bleibt, kann nicht alles gegeben haben.

Die alten einfachen Eishockeyweisheiten gelten natürlich auch noch:

  1. Rennt nicht alle hinter dem Puck her. Wir schauen viel zu viel auf die Scheibe. Genauso wichtig wie der Gegenspieler, der den Puck hat, sind die Spieler, die ihn NICHT haben. Vergangene Saison haben wir dauernd Gegentore aus dem Slot kassiert, weil wir unsere Positionen nicht konsequent besetzt und wir uns nicht um die freien Gegenspieler gekümmert haben.
  2. Wir haben FÜNF Verteidiger auf dem Eis. Die Stürmer müssen fleißig mit zurückarbeiten. Gewonnene Spiele im Eishockey resultieren aus gelungener DEFENSIVE. Dabei haben die Verteidiger und der Center leider die Gesäßkarte, weil sie im Slot und in den Ecken arbeiten müssen. Die Außenstürmer haben einen vergleichsweise leichten Job, weil sie sich, meistens hoch, um die angreifenden Verteidiger kümmern.
  3. Im Angriffsdrittel will ich Bewegung sehen, und zwar sinnvoll. Rennt nicht alle aufs Tor und passt nicht immer gleich vors Tor. Es muss sich alles im KREIS drehen und die Scheibe soll wandern. Ich will keinen Angreifer am Tor STEHEN und auf den Abpraller warten sehen, sondern auch am Tor muss man sich im kleinen Bogen bewegen.
  4. Im Aufbau müssen sich unsere Angreifer TIEF anbieten. Wenn der scheibenführende Verteidiger keine Passmöglichkeit sieht, spielt er keinen Problempass nach der devise „Mach‘ mal, Kollege“, sondern er dreht noch mal nach hinten ab, um neu aufzubauen. Im Prinzip holt der Center die Scheibe ab, aber Kreativität ist erlaubt, und schon in dieser Phase ist das TIMING, die Abstimmung zwischen Verteidigern und Angreifern und unter den Angreifern ganz wichtig.
  5. Wir sind immer ein TEAM – auf dem Eis, auf der Bank, in der Kabine. Was heißt das? Das heißt, dass es auf dem Eis keine Egotrips gibt. Und das die stärkeren Spieler, den anderen mit Tipps helfen, ihr Potential auszuschöpfen.

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