Brokdorf Barracudas – Hamburg Mammuts

Dass Co-Trainer Martin Kania über ein analytisches Repertoire verfügt, mit dem er die Leistung der Mannschaft zu würdigen weiß, bewies er später in der Kabine. In der Pause nach zwei Dritteln der Begegnung zwischen Brokdorf Barracudas und Hamburg Mammuts sagte er aber nur etwas, das wie Erstaunen klang: „Ihr spielt heute Eishockey. Richtiges Eishockey!“

Damit lag er nicht falsch. Seine Überraschung mochte daher rühren, dass er die Mammuts fünf Tage zuvor bei ihrem Auftritt gegen Backdraft Cologne nicht gesehen hatte. Schon da, in Köln, hatten sie richtiges Eishockey gespielt. Richtig war aber auch, dass sie an diesem klirrendkalten Abend in der Wilstermarsch noch einen Elfenbeinzahn zulegten. Null zu drei nach dem ersten Spielabschnitt, null zu sechs nach zwei Dritteln, dann null zu sieben, Endstand 2:7 – dass es mit dem Shutout für Goalie Malte Fock schließlich nichts wurde, lag lediglich am gedrosselten Einsatz und zwei leichtfertig hingenommenen Gegentreffern kurz vor Schluss.

Gegenüber dem Kölner Spiel waren die Dickhäuter personell verändert aufgelaufen, ohne die Stammverteidiger Thomas Haffke und Oliver Sohst sowie ohne Angreifer Andreas Wielgoß, der am Rhein eindrucksvoll gespielt hatte. Dafür wurde aber Detlev Behrens zum Überraschungsmann des Abends – wobei die Überraschung zumeist auf Seiten der frustriert gegen seine naturgegebene körperliche Präsenz anrennenden Barracudas auf der linken Abwehrseite der Mammuts lag. Im Angriff verstärkten diesmal bewährte Kräfte die kölnerprobten Arne Ufer und Joel Meyer: Sebastian Döring, Kevin Bestmann und Jan von Döhren; vor allem aber Markus Stevens, der mit drei Treffern zum Man of the Match wurde.

Zunächst legte er in der 8. Minute von der Position hinter dem Tor für Center Ufer auf, der die Scheibe oben rechts ins Netz hämmerte. Drei Minuten später schickte er selbst einen Pass von Sebastian Döring aus der Halbdistanz links ins Tor. Wiederum eine Minute später besorgte Joel Meyer den Pausenstand von 0:3.

Im zweiten Abschnitt konnten eigenwillige Entscheidungen des Schiedsrichters die Mammuts nicht vom Kurs abbringen. Nachdem Sebastian Döring in der 23. Minute mit einem sehenswerten Break auf 0:4 erhöht hatte, freute sich Kevin Bestmann eine Minute danach über einen sauberen Treffer – dem der Unparteiische die Anerkennung versagte, weil er die Scheibe nicht jenseits der Linie zu sehen vermocht hatte. Dafür wollte er in der 25. Minute wahrgenommen haben, dass die mit ihren 40 Kilo Kampfgewicht in Norddeutschland Arenen gemeinhin beim Körperkontakt eher gesuchte Singa Meyer-Gätgens einen Barracuda brutal gecheckt hatte: kleine Strafe wegen übertriebener Härte. Für die Mammuts eine seltene und gern genutzte Gelegenheit, das Unterzahlspiel zu üben.

Die in der Defensive an diesem Abend gut arbeitenden Dickhäuter nahmen die Herausforderung beherzt an, und was die Verteidiger nicht regelten, besorgte der glänzend aufgelegte Torhüter Malte Fock, der im gesamten Spielabschnitt drei Eins-gegen-eins Situationen mit der Ruhe eines Buddha klärte. Schließlich war Markus Stevens wieder an der Reihe. In der 31. Minute schickte er die Scheibe aus dem Getümmel vor dem Tor hoch unter die Latte. Drei Minuten vor Ende des Drittels probierte er erfolgreich eine neue Variante: von der blauen Linie flach übers Eis durch sämtliche Spielerbeine ins Netz des unbeteiligt wirkenden Barracuda-Keepers.

In der zweiten Minute des Schlussdrittel kam Kevin Bestmann dann doch noch zu seinem Recht und erhöhte auf 0:7. Zwei Gegentreffer gegen Ende buchten die Mammuts dann eher als eine Art tröstliches Gastgeschenk an die Barracudas. Man möchte sich ja in Brokdorf dann und wann noch einmal sehen lassen.

EHC Mammuts: Tor: Malte Fock; Verteidigung: Dirk Meyer, Christian Leverenz; Philipp Rathmer, Detlev Behrens; Angriff: Sebastian Döring, Arne Ufer, Markus Stevens; Kevin Bestmann, Joel Meyer, Jan von Döhren; Singa Meyer-Gätgens, Johannes Erchen, Maksim Kalnins/Wolfgang Gehrmann

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