Meister der Sparsamkeit

Nachher konnte Philip Rathmer auch nur eher mystisch erklären, woran es gelegen hatte. Nachdem er gerade den Pokal für den vierten Platz der Mammuts beim Harsefelder Hobbyturnier entgegengenommen hatte, saß der starke Verteidiger der Hamburg Mammuts vor seinem Bier und berichtete: „Als ich anlief, spürte ich plötzlich, wie ein Engelchen und ein Teufelchen auf meinen Schultern saßen, und mir Widersprechendes in die Ohren flüsterten. Zock den Keeper aus! Nein, schieß einfach drauf. So ging das vom Mittelkreis bis hinter die blaue Linie.“ Heraus kam ein unrathmersches Schüsschen, das präzise auf den Pfosten ging, aber eben nicht ins Tor. In ihrem vierten Spiel mussten sich die Mammuts deshalb im Penaltyschiessen geschlagen geben, diesmal den Scharbeutz Pirates. In zwei Begegnungen zuvor war ihnen das Gleiche gegen die Northarea Rinkrats aus Flensburg sowie die Frozen Chicken aus dem dänischen Felsted widerfahren. Der Pott, denn sie diesmal mit nach Hamburg nahmen, fiel deshalb merklich kleiner aus als im Jahr zuvor, als sie den Turniersieg davongetragen hatten.

Dabei hinterließ der Titelverteidiger keineswegs einen schlechten Eindruck im Südelbischen, litt aber erkennbar unter den schwierigen äußeren Bedingungen (ungeheizter Schaukasten als Kabine, zu große Currywurst-Portionen). Im Spiel geschlagen geben mussten sich die Eiszeitler allein dem späteren Turniergewinner Frozen Grufties, dessen starker Ostblockformation allenfalls die wohlgenährten Dänen etwas entgegenzusetzen hatten. Dreimal spielten die Mammuts in der regulären Zeit remis – eine Folge der defensiven taktischen Einstellung, für die in Ermangelung eines etatmäßigen Trainers als Hilfscoach Veteran Wolfgang Gehrmann die Verantwortung trug. Immerhin setzte die Herde den Auftrag, das eigene Drittel unter Kontrolle zu halten, konsequent und erfolgreich um. Vor allem im Spiel gegen die starken Dänen, die zuvor die Rinkrats mit 8:1 vom Eis gefegt hatten, überzeugten die Dickhäuter durch nicht zu brechenden Kampfgeist vor dem eigenen Torraum. Der Preis dafür war eine Offensivschwäche, die durch gelegentliche Breaks nicht wettzumachen war. Lediglich im Eröffnungsspiel gegen die Rinkrats konnte Joel Meyer demonstrieren, wie die Sache eigentlich gedacht war. Nachdem die Rüsseler durch ein Gegentor in der fünften Minute in Rückstand geraten waren, fegte der Center der ersten Reihe rechts an der Bande entlang, gab dem Rattenkeeper Zeit, sich rechtsmittig einzurichten, und schob locker links unten ein. Damit war indes die halbe Torausbeute des Tages für die Mammuts schon eingefahren. Jörg Gronmeyer blieb nach einem Break im Spiel gegen die Chicken die Anerkennung der Schiedsrichter für einen Roofshot versagt. Lediglich Andi Wielgoß konnte mit einem Treffer in der Schlußpartie gegen die Tigerenten den einzigen Dreipunkte-Erfolg der Mammuts sichern – deren vierter Platz nach nur zwei erzielten Treffern sie damit immerhin als Meister der Sparsamkeit nach Hause fahren ließ.

EHC Mammuts:
Tor: Jonny Antonius, Tjark Lindenau
Verteidigung: Thomas Haffke, Philipp Rathmer; Björn Jacobsen, Christian Leverenz
Angriff: Joel Meyer, Jan von Döhren, Andreas Wielgoß; Detlev Behrens, Sebastian Döring, Singa Meyer-Gätgens; Wolfgang Gehrmann, Jörg Gronmeyer, Michael Modrack

MammutsNortharea Rinkrats1:2 n.P.
MammutsFrozen Grufties0:3
MammutsFrozen Chicken0:1 n.P.
MammutsScharbeutz Pirates0:2 n.P.
MammutsHarsefeld Tigerenten1:0

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