Spielbericht Mammuts – Moorwölfe, Brokdorf 20.12.2013

Für das finale Lob hatte Coach Kania sich diesmal etwas Besonderes einfallen lassen. Mit 8:3 hatten die Mammuts eben die Moorwölfe in die unwirtliche Nacht der Wilstermarsch hinausgejagt. Als sie sich in der wohligen Kabine der kollektiven Freude über das vier Tage vor Heiligabend selbstgemachte Weihnachtsgeschenk hingaben, waren es aber nicht die schnellen Jungs aus der ersten Reihe oder die diesmal so torertragreiche Zweite, für die der Trainer warme Worte fand. Nein, es war der weniger auffällige Detlev Behrens, den das Spotlight traf: „Dedl hat prima gestanden, gearbeitet und gekämpft.“

Es war ein hochverdientes Stellvertreterlob. Denn bei aller Klasse, welche die beiden ersten Blöcke an diesem Abend zeigten, war es die geschlossene Mannschaftsleistung, die für den überzeugendsten Sieg der Mammuts in dieser Saison sorgte. Neben Dedl Behrens hatte der etatmäßige Angreifer Christian von Ahn die ungewohnte Verteidigerrolle übernehmen müssen. Weil aber ihre drei Vorderleute fleißig nach hinten arbeiteten, blieb der dritte Block jungfräulich: er schoss kein Tor, er kassierte aber auch keines. Matthias Kania: „Und wenn die dritte Reihe nichts kassiert, dann wird das Spiel gewonnen.“

Für die Glanzlichter allerdings sorgten die Reihen eins und zwei – wobei Käpt’n Arne Ufer die Sache diesmal dramaturgisch besonders gelungen hinbekam. Er setzte nicht nur zwei Minuten vor Spielende mit dem achten Treffer den Schlusspunkt mit einem cool eingenetzten Penalty, nachdem ihn der gegnerische Goalie frei vor dem Tor zu Fall gebracht hatte. Er eröffnete auch die Partie mit Treffer eins schon in der ersten Minute, als er einen langen Pass frei an die blaue Linie geliefert bekam. Nach dem fulminanten Auftakt aber ließ das erste Drittel vom am Ende so überzeugenden Erfolg der Dickhäuter noch wenig ahnen. Mit Treffern in Minute drei und fünf gingen die Wölfe zunächst in Führung. In der zehnten glich Joel Meyer durch Tipp in auf Vorlage von Andi Wielgoß aus. Fünf Minuten später besorgte der linke Angreifer der zweiten Reihe die Sache per Distanzschuss von links gleich selbst, und schenkte den Mammuts erneut die Führung, die allerdings Sekunden vor der Schlusssirene des ersten Drittels noch einmal verloren ging.

Coach Kanias Pausenansage war einfach und deutlich: „Ihr spielt gut nach vorne, aber das bringt nix, wenn ihr Gegentreffer einfangt. Drei Stück sind genug. Ich will kein Gegentor mehr sehen.“

Hätte er vielleicht gleich sagen sollen. Die Mammuts hielten sich jedenfalls daran, und machten den Mittelabschnitt mit 4:0 zu ihrem Drittel. Andi Wielgoß wiederholte die Distanznummer in Minute 21 zum 4:3, Kevin Bestmann tat es ihm in der 26. Minute nach. In der 32. erhöhte Markus Stevens mit einem spektakulären Sololauf auf 6:3. Den moralischen Fangschuss für die Wölfe feuerte zum 7:3 Kevin Bestmann abermals aus der Distanz ab: Wolfgang Gehrmann (Haken) und Joel Meyer (Beinstellen) waren in der 36. Minute auf der Strafbank gesellig – umso mehr Platz auf dem Eis für „Bessie“, den er nutzte, um in 3:5-Unterzahl zu punkten.

Das Schlussdrittel sah die Wölfe noch einmal kommen, aber Mammut-Keeper Tjark Lindenau war ja auch noch da und lieferte eine Serie von Great Saves – die dann wieder den Coach zur Höchstleistung trieb. Tief griff er in seine gut gefüllte Motivationskiste und ernannte den Goalie im Gedenken an den einstigen sowjetischen Supertorwart Watscheslaw Trejak ein für allemal zum „Tretjark“.

EHC Mammuts: Tor: Tjark Lindenau; Verteidigung: Thomas Haffke, Philipp Rathmer; Dirk Meyer, Oliver Sohst; Detlev Behrens, Christian von Ahn; Angriff: Markus Stevens, Arne Ufer, Sebastian Döring; Andi Wielgoß, Joel Meyer, Kevin Bestmann; Maksim Kalnins, Jan von Döhren, Wolfgang Gehrmann

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