Russische Lektion

Brehm und Kudenholdt führen die Mammuts zum Kantersieg in Brokdorf

Brokdorf (mps) – Vermutlich ist den Barracudas auch bei ruhiger Nachbetrachtung nicht klar geworden, was da am Sonnabendmorgen über sie gekommen ist. Es war, als wäre im Morgengrauen eine Mammutherde plötzlich aus den wabernden Nebeln der Wilstermarsch aufgetaucht und hätte alles niedergemacht, was sich ihr in den Weg stellte. Konsequent entschieden die Hamburger Gäste die Auswärtspartie in Brokdorf deshalb schon mit dem 0:5 im ersten Spieldrittel für sich. Obwohl ohne ein halbes Dutzend ihrer Führungsspieler und lediglich mit zwei Reihen angetreten, zeigten die Rüsseltiere ihre bisher stärkste Begegnung der Saison 2011/12 und fuhren mir einem durch und durch verdienten Endresultat von 3:8 nach Hause.
Roman Loebsch eröffnete den Torreigen schon nach eineinhalb Minuten auf Zuspiel von Christian Brehm. Zwei Minuten später tauschten der linke Angreifer und der Center der ersten Reihe die Rollen: Loebsch bediente Brehm, der netzte ein. Gestützt auf solide Abwehrarbeit, dominierten die Mammuts den sichtlich geschockten Gegner, mal durch schnelle Vorstöße, mal aber auch durch bisher von ihnen so nicht gezeigtes kluges Kombinationsspiel. Die Folge: das 0:3 in der 7. und das 0:4 in der 9. Minute – beide Male durch Marc Kudenholdt, der zunächst im Alleingang den Brokdorfer Goalie überwand und dann beim Nahkampf vor dem Barracuda-Gehäuse mit der schnellen Kelle zuschlug. Vier Minuten später nahm Singa Meyer Gätgens einen Querpass von Wolfgang Gehrmann auf und schlenzte ihn präzise halbhoch zum 0:5 Drittelstand ins Netz.

Da die Mammuts ohne Trainerbegleitung angereist waren, fiel die professionelle Pausenanalyse aus. Aber es war auch so offenkundig: die Rüsselträger hatten noch das ziffernmäßig deutliche 6:16 gegen die Veterans St. Petersburg in den Beinen – allerdings nicht als Last, sondern als Lehre. Der eine oder andere Spielzug war durchaus als Kopie dessen zu erkennen, was die russischen Cracks zwei Wochen zuvor in der Volksbank-Arena vorgeführt hatten.

Mit einem Fünf-Tore-Vorsprung hieß die mentale Herausforderung im zweiten Drittel, Spieldruck und Disziplin aufrechtzuerhalten – und genau das gelang. Abermals war es Marc Kudenholdt, der in der sechsten Minute des Mittelabschnitts zum 0:6 zuschlug, und mit seinem dritten Treffer auch zahlenmäßig unterstrich, dass er an diesem Tag der durchschlagskräftigste Mammut-Stürmer war. Den Schönheitspreis der Begegnung verdiente sich in der 33. Minute allerdings Jaypee Riedel – der Youngster startete einen spektakulären Sololauf aus der neutralen Zone und schloss mit einem Roofshot in die rechte Ecke eiskalt zum 0:7 ab. Dass den Barracudas kurz vor Drittelschluss dann doch der erste Gegentreffer gelang, kam indes nicht aus heiterem Himmel. Von der Mitte des Spiels an hatten sich die Gastgeber doch deutlich engagierter gezeigt und Mammut-Keeper Tjark Lindenau mehrfach die Möglichkeit gegeben, sich auszuzeichnen. Dass er Mitte des letzten Drittels dann abermals hinter sich greifen musste, konnte auf die starke Leistung des Schlussmannes keinen Schatten werfen – beim Schlagschusstreffer zum 2:7 kam den Barracudas zugute, dass dem Mammut-Goalie die Sicht genommen war. Auch der eingewechselte Torwart-Kollege Jonny Antonius, der schon im ersten Drittel den Kasten der Mammuts sauber gehalten hatte, kam nicht ungeschoren davon, 45 Sekunden vor der Schluss-Sirene kamen die Gastgeber zum dritten Zähler. Zuvor allerdings hatte in der 53. Minute noch einmal Erstreihen-Center Christian Brehm getroffen und unterstrichen, dass auch ein grippegeschwächtes Mammut noch ein ziemlich starkes Tier ist.

EHC Mammuts: Tor: Jonny Antonius, Tjark Lindenau; Verteidigung: Jörg Gronmeyer, Oliver Sohst; Björn Jacobsen, Joel Meyer; Angriff: Christian Brehm, Marc Kudenholdt, Roman Loebsch; Wolfgang Gehrmann, Singa Meyer-Gätgens, Jan-Philipp Riedel

(21. Februar 2012 Mammuts Presse Service; Mitarbeit: Johannes Erchen)

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